Frauen: Kirchenaustritt jetzt!

In unserer heutigen Gesellschaft halten wir Frauen uns für emanzipiert und gleichberechtigt. Da wundert es doch sehr, dass es Frauen gibt, die immer noch der Kirche angehören! Schließlich wurden Frauen seit jeher von der Kirche diskriminiert und im Mittelalter massenhaft gefoltert und als Hexen verbrannt!

Hier einige Zitate von berühmten Kirchenlehrern:

»Die Frau muss das Haupt verhüllen, weil sie nicht das Ebenbild Gottes ist.« (Ambrosius, Kirchenlehrer, 339-397)

»Das Weib ist ein minderwertiges Wesen, das von Gott nicht nach seinem Ebenbilde geschaffen wurde. Es entspricht der natürlichen Ordnung, dass die Frauen den Männern dienen.« (Augustinus, 354-430, bedeutender Kirchenlehrer)

»Die Frau ist ein Missgriff der Natur... mit ihrem Feuchtigkeits-Überschuss und ihrer Untertemperatur körperlich und geistig minderwertiger...eine Art verstümmelter, verfehlter, misslungener Mann...die volle Verwirklichung der menschlichen Art ist nur der Mann.« (hl. Thomas v. Aquin, Kirchenlehrer, 1225-1274)

»Wenn du eine Frau siehst, denke, es sei der Teufel! Sie ist eine Art Hölle!« (Papst Pius II., 1405-1464)

»Die größte Ehre, die das Weib hat, ist allzumal, dass die Männer durch sie geboren werden.«
»Will die Frau nicht, so komm' die Magd!« (Martin Luther, Gründer der evangelischen Kirche)

»Eine Frau soll still zuhören und sich ganz unterordnen. Ich gestatte es keiner Frau zu lehren und sich über den Mann zu erheben. Zuerst wurde ja Adam erschaffen, und dann erst Eva.«
(Papst Johannes Paul II. in Bezugnahme auf Paulus, 1988)


An alle Frauen: Wie lange wollt ihr euch das noch gefallen lassen?

Angelika M. aus K.

»Frauen sind die leibhaftige Sünde«

Eine katholische Kindheit

Wie ergeht es „Außenseitern“ in einer streng katholischen Umgebung?
Eine Leserin weiß ein Lied davon zu singen. Sie schrieb uns Folgendes:

Ich bin 54 Jahre alt, geboren in ... Australien. Meine verstorbene Mutter war gebürtige Bambergerin, mein Vater Ukrainer, der im 2. Weltkrieg von der roten Armee desertierte und in Bamberg bei der US Armee gearbeitet hat. Er wollte nicht ins stalinistische Russland zurück. Meine Eltern wanderten nach Australien aus, weil meine Mutter von den Deutschen als Flittchen beschimpft wurde, durch die Heirat die deutsche Staatsbürgerschaft verlor und zudem noch enterbt wurde. Als ich 5 Jahre alt war, gingen meine Eltern zurück nach Bamberg, weil sie angeblich in ihr Erbe eingesetzt wurde, was sich im Nachhinein als Lüge herausstellte.

Für mich war Deutschland ein einziger Schock, nicht nur das kalte Wetter, auch die für mich fremden Wesen in schwarzen und braunen Kleidern, im Kindergarten und in der Schule. Ich hatte noch nie etwas von der römisch-katholischen Kirche gehört oder gesehen. Meine Eltern haben mich naturbezogen erzogen.

Aber ich musste ja in einen kath. Kindergarten und in kath. Schulen gehen, es gab nichts anderes. Die Rituale, Beten, stundenlanges Knien um den Rosenkranz rauf und runter zu beten und die ständige Gehirnwäsche: Mädchen dürfen dies nicht und Mädchen dürfen das nicht und Frauen sind die leibhaftige Sünde und Eva ist an allem Schuld, nur nicht die Priester - das war für mich eine einzige Quälerei.

Die ständigen Drohungen mit dem Fegefeuer und der Hölle haben bei mir nur Alpträume erzeugt. Als Besatzerkind eines „Kommunisten“, was er nicht war, aber das spielte keine Rolle, war ich den Nonnen, Priestern, Mönchen ein ständiger Schandfleck in der deutsch-katholischen Klasse.

Das, was in dem Religionsunterricht erzählt wurde, habe ich nicht verstanden. Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich die Sache mit der Beichte nicht verstanden habe. Wir hatten Unterricht bei einem Padre und sollten schreiben, was eine Beichte ist. Ich kann mich nicht mehr erinnern, was ich geschrieben habe, ich glaube gar nichts, aber der Padre hat mich vor der Klasse regelrecht in den Boden gestampft, so habe ich mich danach gefühlt. Ich bin weinend nach Hause gelaufen und wollte nicht mehr in die Schule.

Wir wurden auch regelrecht zum Denunzieren erzogen. Ich kam in eine Volksschule, die in katholische und evangelische Schülerinnen getrennt war. Wir wurden ständig darauf hingewiesen, keinen Kontakt zu den evangelischen Schülerinnen aufzunehmen, weil die ständig in Sünde leben, die beichten nicht

Nachdem meine Eltern geschieden waren und meine Mutter arbeiten ging, musste ich in einen evangelischen Kinderhort, einen katholischen gab es nicht. Eine Mitschülerin hat mich gesehen und es gleich am nächsten Tag vor der ganzen Klasse der Lehrerin gemeldet. Ich musste mir Vorhaltungen machen lassen, in welch großer Sünde ich lebe. Nach dieser für mich ungerechten Behandlung wollte ich nie wieder, „nie mehr zur Schule gehen“. Meine Noten konnte ich auch nicht durch die heiligen Bilder aufbessern, die man für den Besuch des Schulgottesdienstes vor dem Unterricht bekam. Zu allem Unglück hatte ich als einzige Lehrstelle eine in einer Wachszieherei bekommen. Vom Regen in die Traufe. Dort durfte ich z. B. prachtvolle Kerzen und die Wappen für das Domkapitular, für alle Festlichkeiten der Kirchenfürsten mit herstellen und die Botengänge zu den Klöstern machen. So habe ich mitbekommen, wie luxeriös und sorgenlos die Kirchenfürsten leben, ohne arbeiten zu müssen. (...)

Über die autonome Frauenbewegung habe ich dann das erste Mal die Wahrheit über die Hexenverfolgung und die Inquisition gehört. Ich konnte gar nicht genug an Information bekommen über die schrecklichen Verbrechen der christlichen Kirchen. Die Verfolgung Andersgläubiger, wie Hugenotten, Katharer, Albigenser, hat mich an das erinnert, was ich in der kath. Schule über Andersgläubige hörte, und da wurde mir klar, dass sich die christlichen Kirchen in ihrem Denken und Handeln sich immer noch im Mittelalter befinden, und das finde ich sehr, sehr beängstigend. Ich glaube, wenn der Klerus wieder Frauen verfolgen dürfte, die Herren würden es sofort ohne Bedenken wieder tun.

Die räuberische Aneignung von Grund, Boden und Reichtümern, die Missionierung mit Feuer und Schwert, hat mein Grauen vor dem Klerus nur noch verstärkt. Bis heute mussten die Kirchen nicht nachweisen, wie sie zu diesem immensen Reichtum gekommen sind. Ich als arbeitslose Tischlerin muß beim Staat alles nachweisen, auch das, was ich nicht habe. Die im Grundgesetz verankerte Trennung von Staat und Kirche wird ganz offiziell ignoriert und statt dessen werden die Kirchenfürsten mit fürstlichen Subventionen aus Steuergeldern für ihre Betrügereien und Lügen entlohnt. Dass die christlichen Kirchen immer noch als rechts- und gesetzesfreier Raum vom Staat akzeptiert werden, finde ich ungeheuerlich. (...)

Die Idee, ein Mahnmal für alle Opfer der christlichen Kirchen zu errichten, finde ich sehr gut. Wenn man bedenkt, dass viele Bauten und Denkmäler der klerikalen Täter zum Weltkulturerbe ernannt wurden und den Opfern immer noch Verachtung und Schweigen entgegengebracht wird, ist es eine wichtige Aktion, durch Mahnmale auf die Verbrechen der (vom Staat geförderten) klerikalen Täter hinzuweisen.

N. P. aus Berlin

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