Kinderschänder-Verbrechen durch Kirchenfunktionäre




Kardinal Law
vertuschte Sexualverbrechen an Kindern durch Personen, die im Auftrag der Kirche stehen



Kardinalstugenden des Vatikans

Eigentlich müsste der Ex- Bostoner Kardinal Bernard Law vollkommen von der Bildfläche der Medien verschschwunden sein. Schließlich ist sein peinlicher Rücktritt vor 3 Jahren (2002) als Oberhirte der Erzdiözese Boston noch vielen im Gedächtnis. Im Zusammenhang mit dem landesweiten Pädophilie-Skandalen, die allein in seiner Diözese 450 Kläger auf den Plan rief, war Law nachgewiesen worden, das er etliche Fälle von Kindesmisshandlung durch seine Priester vertuscht hatte, indem er die betreffenden Prälaten einfach in neue Pfarreien versetzte, wo diese dann weiter ihr Unwesen treiben konnten. Der bislang spektakulärste Fall war John Geoghan. Dieser "Gottesmann" hatte sich in seiner Priesterlaufbahn zwischen 1962 und 1998 an mindestens 150 Jungen vergangen. Auch er wurde schlicht von einer Pfarrei zur nächsten versetzt. Die erdrückende Faktenlage zwang Kardinal Law schlussendlich zum Rücktritt.

Wer nun aber hinter einem solchen Rücktritt die moralische Hand des Vatikans vermutet, liegt daneben. Probleme werden bei der Kurie bekanntlich gelöst indem man sie verlagert. So nahm man Law lediglich aus der Schusslinie der amerikanischen Presse. Im Mai 2004 wurde er zum Erzpriester der römischen Basilika Santa Maria Maggiore ernannt und siedelte fröhlich nach Rom über. Es handelt sich hierbei immerhin um die wichtigste Marienkirche der Katholiken. Taktvollerweise ließ man Law dann in seiner neuen Funktion ungeniert am 11. April 2005 eine der Totenmessen im Petersdom für den verstorbenen Papst zelebrieren. Eine nette Geste gegenüber den Mißbrauchsopfern, die vergeblich dagegen demonstrierten. Es wird die Gemüter der betroffenen Kinder auch sicherlich beruhigt haben, daß Law einer der erlauchten 115 Kardinäle war, welche die aktuelle Papstwahl eine Woche später bestritten. Am 7. Mai stattete ihm dann der frischgebackene Papst Benedikt XVl gleich einen Besuch in seiner Basilika ab und betete andächtig vor laufenden Kameras zu einer Ikone der Jungfräulichkeit, während Law ebenfalls seine Schärpe in die Linsen hielt.

Es muß allerdings eingeräumt werden, daß Law sich bei seinen Vertuschungsversuchen immer loyal zum Vatikan verhielt. Schließlich war schon 1962 in einem geheimen Rundschreiben des Vatikans dem Klerus strikt verboten worden, im Falle sexueller Übergriffe durch Priester diese der Öffentlichkeit mitzuteilen. Dieses Dekret mit dem Titel "Crimine Solicitationes" war von der damaligen Heiligen Uffiz, Vörgänger der heutigen Kongregation für den Glauben, verfasst worden. Damals war Bernhard Law noch Priester in Natchez-Jackson in den Südstaaten der USA. Freilich wurde es für den amerikanischen Klerus im Verlauf der Jahre immer schwieriger der päpstlichen Aufforderung nachzukommen, da die Zahl klerikaler Kinderschänder ins Uferlose wuchs: Laut einer Erhebung im Februar 2004, die im Auftrag der Amerikanischen Bischofskonferenz erstellt wurde, sind in den vergangenen 50 Jahren 4392 Priester in den USA des Missbrauchs Minderjähriger beschuldigt worden. In diesem Zeitraum gingen bei den 195 US-Diözesen 10667 Klagen ein. 81 Prozent der Opfer waren männlich und 6 Prozent aller Opfer jünger als sieben Jahre. Halleluja!

Wie dem auch sei, der Stuhl Petri erstaunt immer wieder durch seinen kreativen Umgang mit den eigenen Kardinalsfehlern.Die Erläuterung des Begriffes "Kardinalstugenden" bedarf hingegen wohl im neuen Duden einer dezenten Korrektur.

Steffen W. aus B.

Warum ich aus der Kirche ausgetreten bin

In Deutschland gibt es immer mehr Aussteiger aus den beiden Großsekten, der Luther-Kirche und der Vatikan-Kirche.

Auf diesen Seiten kommen die Aussteiger zu Wort.
Sie schildern ihre Erfahrungen als Mitglied in einer der beiden Großsekten und die Gründe für ihren Ausstieg.


Sie alle haben eines gemeinsam: Sie haben einer Organisation den Rücken gekehrt, von der der bedeutende Kirchenhistoriker Karlheinz Deschner sagte: »Nach intensiver Beschäftigung mit der Geschichte des Christentums kenne ich in Antike, Mittelalter und Neuzeit, einschließlich und besonders des 20. Jahrhunderts, keine Organisation der Welt, die zugleich so lange, so fortgesetzt und so scheußlich mit Verbrechen belastet ist wie die christliche Kirche, ganz besonders die römisch-katholische Kirche.«
(Deschner: »Die beleidigte Kirche oder: Wer stört den öffentlichen Frieden?«)






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