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MISSBRAUCH
Anklage gegen mutmaßlich pädophilen Pfarrer
Ein 39 Jahre alter Geistlicher muss sich wegen sexueller Übergriffe auf einen Messdiener verantworten. Laut Anklage soll er den 13-jährigen Jungen in 20 Fällen missbraucht haben. In einem Gutachten soll dem Priester "homoerotische Kernpädophilie" attestiert worde sein.
Riekofen - Der Pfarrer wurde im August 2007 festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Er war im Jahr 2000 schon einmal zu einer Bewährungsstrafe von zwölf Monaten verurteilt worden. Damals hatte er als Kaplan in Viechtach zwei neun und zwölf Jahre alte Brüder unsittlich berührt.
Regensburgs Bischof Gerhard Ludwig Müller hatte ihn 2004 trotzdem wieder eingesetzt, obwohl die Deutsche Bischofskonferenz wenige Monate zuvor Richtlinien erlassen hatte, wonach pädophile Priester nicht mehr an Stellen tätig werden dürfen, an denen sie mit Kindern oder Jugendlichen in Kontakt kommen. Unter Berufung auf ein "Unbedenklichkeitsattest" des Therapeuten des Geistlichen hatte Müller die Richtlinien außer Acht gelassen. Der Pfarrer durfte sogar als Religionslehrer an einer Grundschule unterrichten.
Eine Entschuldigung dafür lehnt Bischof Müller bislang ab. Nach seiner Ansicht sei im Umgang mit dem einschlägig vorbestraften Geistlichen getan worden, "was menschenmöglich war". Das Gutachten eines Psychiaters habe eine pädophile Fixierung ausgeschlossen. Zur Kritik an seiner Amtsführung sagte der Regensburger Bischof im Herbst, sein einziger Vorgesetzter sei der Papst, "und von dieser Seite habe ich noch keine Kritik gehört".
Quelle: SPIEGEL online, 27.1.2008
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Interview mit Psychoanalytiker
"Die Katholische Kirche zieht Pädophile an"
In der Kirche von Riekofen arbeitete der Pfarrer, der jetzt verhaftet wurde, weil er einen Ministranten missbraucht haben soll
Obwohl er bereits zuvor wegen sexuellen Kindesmissbrauchs verurteilt wurde, soll sich im bayerischen Riekofen ein Geistlicher jahrelang an einem Ministranten vergangen haben. Ein Fall, der hätte vermieden werden können, wie der Psychoanalytiker Micha Hilgers jetzt behauptet.
Der Psychoanalytiker Micha Hilgers hat es als "völlig verantwortungslos" bezeichnet, einem straffällig gewordenen pädophilen Priester wie in Riekofen noch einmal eine Kirchengemeinde zu übertragen. "Es ist geradezu bizarr, ihn wieder in die deliktnahe Situation hineinzubringen", sagte Hilgers, der seit vielen Jahren pädophile Straftäter betreut, der Deutschen Presse-Agentur. Abwegig sei es auch, wenn der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller davon spreche, der Priester sei nach einer Therapie als "geheilt" betrachtet worden: Pädophilie sei nicht "heilbar", sondern bestehe lebenslang, betonte Hilgers. (...)
Entscheidend dabei sei, dass der Pädophile von vornherein Situationen vermeide, die ihn in Versuchung führen könnten, zum Beispiel Kinderspielplätze, Schulen oder Jugendgruppen. Ein Priester, der einmal auffällig geworden sei, könne deshalb nie mehr in einer Gemeinde arbeiten, weil er dort zwangsläufig wieder mit Kindern zu tun habe. (...)
Die Wahrscheinlichkeit, auf Menschen mit pädophilen Neigungen zu stoßen, sei unter katholischen Priestern deshalb höher. (...)
Quelle: stern.de, 25.9.2007 (Auszug)
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KATHOLIKEN
Schweigen gegen Geld
Mit unmoralischen Angeboten hart am Rand der Legalität hatte die Kirche versucht, einen Kinderschänder im Talar zu schützen - so konnte er sich offenbar wieder an Ministranten vergreifen. (...)
Jetzt sitzt der Gottesmann hinter Gittern, und Riekofen steht unter Schock. Der Fall im Bistum Regensburg könnte sich zu einem der schwersten Sex-Skandale unter den deutschen Katholiken ausweiten. Massiv sind die Vorwürfe gegen den Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller. Dem SPIEGEL liegen Dokumente vor, die belegen, dass sein Ordinariat - hart an der Grenze der Legalität - versucht hat, Kindesmissbrauch zu vertuschen: Schweigen sollte mit Geld erkauft werden. (...)
Denn K., heute 39, war schon Jahre zuvor als Kinderschänder aufgefallen. Nur eine knappe Stunde Autofahrt entfernt, im Städtchen Viechtach, kann die 46-jährige Johanna T. kaum fassen, was jetzt in Riekofen passiert ist. Mehrfach hat sie die Kirche in Regensburg genau vor so etwas gewarnt. Johanna T. ballt die Fäuste, wenn sie an Pfarrer K. und das Verhalten des Bistums denkt: "Das Verschweigen und Vertuschen von Anfang an" macht sie wütend.
Denn K. hatte sich schon an ihren Söhnen vergriffen, während des Osterfestes 1999: "Wir hatten es uns im Viechtacher Kolpinghaus mit anderen Familien gesellig gemacht und die Kinderbetreuung dem Kaplan K. überlassen", sagt Johanna T. Der Priester spielte mit den Kindern Verstecken und lockte sie dabei in besonders abgelegene Ecken. (...)
Quelle: DER SPIEGEL 38/2007 (Auszug)
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KALIFORNIEN
Diözese zahlt Millionen an Opfer sexuellen Missbrauchs
198,1 Millionen Dollar (144,64 Millionen Euro) bekommen die 144 Männer und Frauen, die von Priestern der Diözese von San Diego missbraucht worden sein sollen. Dies ist die zweithöchste Summe, die eine Diözese in den USA bisher in solchen Fällen gezahlt hat.
(...) Jeder der Kläger erhält im Schnitt etwa 1,4 Millionen Dollar. Die Diözese hatte ursprünglich eine Entschädigungszahlung von insgesamt 95 Millionen Dollar angeboten, die Kläger forderten 200 Millionen Dollar. Erst im Juli hatte die Erzdiözese von Los Angeles über 500 Männern und Frauen, die von pädophilen Priestern missbraucht wurden, eine Entschädigung in Höhe von 660 Millionen zugesagt. (...)
Quelle: SPIEGEL ONLINE, 8.9.2007 (Auszug)
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- doch er schweigt
Müller wird nach Missbrauchsvorwurf gegen Pfarrer scharf attackiert Bischof Gerhard Ludwig Müller hat sich bisher nur über schriftliche Mitteilungen zu dem mutmaßlichen Missbrauchsfall von Riekofen geäußert.
Riekofen (ism). Das Regensburger Bistum will sich zunächst nicht mehr zu dem offenbar pädophilen Pfarrer von Riekofen (Lkr. Regensburg) äußern. „Es gibt von uns keine Stellungnahmen über die schriftlichen Mitteilungen hinaus“, betonte der bischöfliche Pressesprecher, Jakob Schötz, gestern. Die schweren Vorwürfe, die von allen Seiten gegen das Ordinariat und Bischof Gerhard Ludwig Müller erhoben werden, kommentiert man in Regensburg nicht. „Was uns wichtig ist, wurde bereits gesagt“, stellte Schötz fest. Der Vorsitzende der Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern, Johannes Heibel, hat Müller in einem Interview für den mutmaßlichen erneuten Missbrauchsfall sogar verantwortlich gemacht und eine harte Bestrafung des Bischofs gefordert. Wenn sich die Vorwürfe bestätigen, „hätte sich der Bischof in gleichem Maße schuldig gemacht wie der Täter“, sagte Heibel der „SZ“. (...) Auch der Bürgermeister von Riekofen, Armin Gerl, hatte bereits nach Bekanntwerden der Missbrauchsvorwürfe dem Ordinariat die Schuld gegeben. Doch das Bistum will darauf nicht eingehen. „Jetzt muss die Justiz ermitteln“, erklärte der bischöfliche Sprecher. „Da können wir gar nicht eingreifen.“ Der 39-jährige Pfarrer von Riekofen steht im Verdacht, sich zwischen 2003 und 2006 mehrmals an einem Ministranten vergangen zu haben. Der Bub sei bei dem mutmaßlichen ersten Übergriff zehn Jahre alt gewesen, bestätigte Dr. Andreas Quentin, Sprecher der Nürnberger Staatsanwaltschaft. Der Pfarrer sitzt seit der vergangenen Woche in Untersuchungshaft. Der Mann hatte bereits als Kaplan in Viechtach (Lkr. Regen) zwei Buben missbraucht. Im Jahr 2000 war er per Strafbefehl zu einer einjährigen Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Nach einer Therapie und einer vierjährigen Bewährungszeit in einem Altenheim sah das Bistum den Priester als geheilt an. Daraufhin bekam er die Stelle in Riekofen. (...)
Quelle: Passauer Neue Presse, 6.9.2007 (Auszug)
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Vorbestrafter Priester missbraucht erneut Ministrant
Nürnberg (AFP) — Das Bistum Regensburg wird von einem Pädophilie-Skandal erschüttert: Ein bereits wegen sexuellen Missbrauchs vorbestrafter katholischer Priester wurde dort festgenommen, weil er sich erneut an einem Messdiener vergangen haben soll. Wie die Nürnberger Justizpressestelle mitteilte, soll der 39-Jährige den Jungen in den Jahren 2003 bis 2006 missbraucht haben. Der Geistliche wurde demnach wegen Fluchtgefahr festgenommen. (...)
Der Geistliche hatte bereits vor acht Jahren in Niederbayern zwei damals neun und zwölf Jahre alte Jungen missbraucht. Weil er sich anschließend einer Therapie unterzogen hatte, setzte ihn das Bistum Regensburg wieder als Gemeindeseelsorger ein. Die Vorgeschichte des Mannes war allerdings erst im Juli bekannt geworden. Das Bistum setzte sich dabei offensiv für den Geistlichen ein und warb um eine neue Chance für diesen. Nach der dennoch einsetzenden Kritik starteten die Messdiener im Ort eine Unterschriftenaktion zugunsten des Geistlichen.
Nach dem Bekanntwerden des Falls suspendierte das von Bischof Gerhard Ludwig Müller geleitete Bistum noch den Geistlichen. "Wir sind schockiert. Trotz gegenteiliger, früherer Erklärungen scheint etwas vorgefallen zu sein, das jetzt zur Verhaftung geführt hat", erklärte die Bistumspressestelle. Den "möglichen Betroffenen" gelte das tiefste Bedauern. "Ihnen werden menschliche, therapeutische und pastorale Hilfen angeboten werden."
Mit dem erneuten Einsetzen des Mannes in der Arbeit mit Messdienern hatte das Bistum allerdings selbst gegen die Leitlinien der Bischofskonferenz verstoßen. In dem Papier heißt es zum Umgang der katholischen Kirche mit vorbestraften Pädophilen: "Nach Verbüßung seiner Strafe werden dem Täter keine Aufgaben mehr übertragen, die ihn in Verbindung mit Kindern und Jugendlichen bringen." Außerdem heißt es darin, dass die Öffentlichkeit angemessen informiert werde. In Riethofen wusste allerdings nicht mal der Pfarrgemeinderat von der Vorgeschichte. (...)
Quelle: AFT, 31.8.2007
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Sexuellen Missbrauch vertuscht?
Würzburger Bischof weist Vorwürfe zurück
Eine Familie aus Unterfranken hat schwere Vorwürfe gegen den Würzburger Diözesanbischof Friedhelm Hofmann erhoben. Nach einem Bericht des ARD-Politmagazins "Panorama" soll der Geistliche sexuelle Übergriffe eines Priesters verschleiert haben. Jetzt hat der Bischof sich im Bayerischen Rundfunk geäußert und dem Vorwurf widersprochen, das Opfer zum Schweigen gedrängt zu haben.
Es geht um Vorfälle aus dem Jahr 2001. Ein Priester soll die Übergriffe an dem damals 17-jährigen Ministranten vorgenommen haben und ihn sexuell belästigt haben. Der Geistliche habe ihn auch "zum Oralverkehr" gezwungen. Der Ministrant habe in einem Gespräch Bischof Hofmann davon erzählt, so "Panorama". Der Diözesanbischof habe ihm jedoch geraten, von einer Anzeige Abstand zu nehmen, damit nichts an die Öffentlichkeit gerate, berichtete der Ministrant dem ARD-Magazin.
Diese Darstellung entspreche nicht der Wahrheit, sagte Hofmann dem Bayerischen Rundfunk. Im Gegenteil habe er unverzüglich eine Untersuchungskommission eingesetzt, so der Bischof. Weil er von den Missbrauchsfällen extrem betroffen gewesen sei, habe er lediglich geraten, nicht an die Öffentlichkeit zu gehen, damit die Fakten sowohl seitens der Staatsanwaltschaft als auch seitens der Kirche objektiv und in Ruhe gesammelt werden könnten. (...)
Die Staatsanwaltschaft stellte den Fall jedoch ein, da der Priester sich im November 2006 das Leben nahm, indem er sich vor einen Zug warf.
Hintergrund
Panorama untersuchte drei Fälle von angeblichem sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche, von denen der in Würzburg einer sei. Dabei kam das Magazin zu dem Ergebnis, dass die katholische Kirche ihre vor einigen Jahren selbst aufgestellten Leitlinien für den Umgang mit Opfern sexuellen Missbrauchs offenbar nicht einhalte. Zu diesen Leitlinien gehören Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft, Information der Öffentlichkeit und gegebenenfalls Versetzung der Beschuldigten.
Quelle: abyerischer Rundfunk, 17.8.2007 (Auszug)
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Missbrauchsopfer erhebt schwere Vorwürfe gegen Würzburger Bischof Hofmann und das Bistum
DONNERSTAG, 16. AUGUST 2007 Würzburg. Ein angeblich von einem Pfarrer missbrauchter Jugendlicher erhebt schwere Vorwürfe gegen das Bistum Würzburg. Der damals 17-jährige Ministrant gibt an, von einem Gemeindepfarrer ab Ende 2001 ein Jahr lang sexuell belästigt worden zu sein. Der Geistliche habe ihn «zum Oralverkehr gezwungen», sagte der Jugendliche dem NDR-Politmagazin «Panorama».
Würzburgs Bischof Friedhelm Hofmann, den er schließlich informierte, habe ihn gebeten, keine Anzeige bei der Polizei zu erstatten, «damit das nicht so aufgewirbelt wird und damit nichts an die Öffentlichkeit gelangt», sagte das Opfer. Dessen Familie beklagt, ihr sei von der Kirche keine Unterstützung angeboten worden.
Würzburgs Generalvikar Karl Hillenbrand bestreitet die Vorwürfe. Es sei nicht wahr, dass Bischof Hofmann versucht habe, sexuelle Übergriffe eines Geistlichen zu verschleiern. Der Bischof habe unverzüglich eine Untersuchungskommission eingesetzt. Zudem habe die Diözese über einen erfahrenen Priester das begleitende Gespräch mit dem jungen Opfer gesucht. »Ein Therapieangebot als Hilfe wurde von diesem allerdings abgelehnt», betonte Hillenbrand am Donnerstag.
Die Familie schaltete von sich aus die Staatsanwaltschaft Würzburg ein. Der Fall blieb aber unaufgeklärt, da sich der Tatverdächtige wenig später das Leben nahm. (ddp)
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US-Missbrauchs-Affäre: Der Deal des Kardinals
Nach langem Schweigen über Missbrauch in seiner Diözese entschuldigte sich Kardinal Mahony nun, es gibt Entschädigungszahlungen - und Kritik
Jahrzehntelang schwieg er zu Missbrauchsvorwürfen gegen Priester in seiner Diözese Los Angeles. Jetzt entschuldigte sich Kardinal Roger M. Mahony öffentlich, die Opfer bekommen Rekordsummen an Entschädigung. Der Deal steht schwer unter Kritik.
Los Angeles - Dafür, dass er Kinderschänder lange deckte, statt die Wahrheit ans Licht zu bringen, klingt Roger Michael Mahony fast schon scheinheilig. "Es gibt leider keine Möglichkeit, die Uhr zurückzudrehen und den Opfern die Unschuld wiederzugeben, die ihnen genommen wurde", bedauerte er schon am Sonntagabend bei einer öffentlichen Entschuldigung in der Kirche.
Zu Wochenbeginn hätte der Erzbischof von Los Angeles eigentlich vor Gericht erscheinen sollen, um Rede und Antwort zu stehen in einem spektakulären Prozess. Dort erschien er dann auch, aber nur um sich den Segen für einen Deal zu holen, den er zuvor in stillen, zähen Verhandlungen geschlossen hatte. 15 fällige Verfahren wurden in letzter Minute abgebogen, wahrscheinlich hätten sie die katholische Kirche der kalifornischen Metropole in ihren Grundfesten erschüttert.
Um Pädophilie sollte es gehen, um Priester, die Minderjährige in 508 Fällen sexuell missbraucht hatten, das erste Mal in den 1940er-, das letzte Mal in den 1990er-Jahren.
Mahony stoppte die juristische Aufarbeitung bevor sie beginnen konnte. Um den Schaden zu begrenzen, erklärte er sich bereit, den Opfern 660 Millionen Dollar (knapp 480 Millionen Euro) zu überweisen. Eine Rekordsumme. Sie stellt alles in den Schatten, was die USA bisher in solchen Zusammenhängen kannten. Nach einem Pädophilen-Skandal in Boston, 2002 publik geworden, hatte der Klerus umgerechnet 114 Millionen Euro locker gemacht, um einen peinlichen Prozess zu vermeiden. Peanuts, wenn man es an Mahonys Deal misst. (...)
Der Bischof und die gequälten Kinder - es ist eine Geschichte des Verschweigens, des Wegschauens, der späten Reue. Nach allem, was die Gepeinigten zu Protokoll gaben, soll Mahony früh Bescheid gewusst haben. Zum Beispiel soll er gewusst haben, dass sich Oliver O'Grady, einer seiner Untergebenen, systematisch an Heranwachsenden verging, angeblich sogar an einem neun Monate alten Baby.
1984, als Detektive Beweise gegen O'Grady sammelten, versprach Mahony, ihn aus dem Verkehr zu ziehen, falls die Ermittlungen eingestellt würden. Dann aber versetzte man O'Grady nur in einen anderen Pfarrbezirk, wo er weiter Minderjährige belästigte.
Mahony seinerseits kletterte auf der Leiter nach oben. 1985 kürte ihn Papst Johannes Paul II. zum Erzbischof von Los Angeles, womit er ihm eine der größten und reichsten Diözesen der USA anvertraute. (...)
Quelle: DER STANDARD Printausgabe, 18.7.2007 (Auszug)
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Schatten der Vergangenheit
US-Erzbistum zahlt Missbrauchsopfern Schadenersatz
Mit John J. Geoghan wurde das Unfassbare öffentlich: Als der Priester 2002 zu 10 Jahren Haft verurteilt wurde, begegnete die Katholische Kirche in den USA der schlimmsten Krise ihrer Geschichte. Der Geistliche hatte jahrzehntelang Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht. Dutzende weitere Fälle wurden anschließend bekannt. Geoghan lebt inzwischen nicht mehr. Die Kirche kämpft noch immer gegen die Schatten der Vergangenheit. Und um Wiedergutmachung. Nun zahlt ein Erzbistum eine Rekord-Schadenersatzsumme an ihre Missbrauchsopfer.
Höchste Zahlung einer US-Diözese Die Erzdiözese Los Angeles will laut US-amerikanischen Medienberichten umgerechnet mehr als 660 Millionen Dollar Schadenersatz an Missbrauchsopfer bezahlen.
Damit sollten rund 500 weiter anhängige Streitfälle um sexuellen Missbrauch durch katholische Geistliche endgültig beigelegt werden, berichteten US-Medien am Sonntag. Sie beriefen sich auf Informationen aus Anwaltskreisen. Durch die finanzielle Entschädigung erhält jedes Missbrauchsopfer ca. 1,3 Millionen US-Dollar an Entschädigung. (...)
Zugleich erinnerte der Kardinal daran, dass die Kirche in den vergangenen Jahren alles getan habe, um künftig Missbrauchsfälle zu vermeiden. So seien Präventionsprogramme sowie ein Screening aller Priester eingeführt worden.
Permanent von Klagen bedroht Die katholische Kirche ist in den USA permanent von Klagen bedroht, die teilweise die Existenz der Kirche in Frage stellen. So sind bereits 5 Diözesen unter Gläubigerschutz gestellt, mit anderen Worten: Pleite. San Diego, Tucson/Arizona, Davenport/Iowa, Spokane/Washington und Portland/Oregon.
Der Vatikan beteiligt sich nicht an den Zahlungen. Die Diözesen und Kirchengemeinden müssen für etwaige Entschädigungen aufkommen. In den vergangenen Jahren wurde von der US-amerikanischen katholischen Kirche mehr als 1.5 Milliarden Dollar an Entschädigungen gezahlt.
Quelle: Katholische Nachrichtenagentur, 16.7.2007 (Auszug)
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Kinder der Kirche
"Sex, crimes and the Vatican": Ein BBC-Film über pädophile Kleriker im Vatikan bringt Italien auf. Hat Joseph Ratzinger als Chef der Glaubenskongregation die Vorfälle vertuscht?
Michele Santoro ist kein zurückhaltender Mann. Normalerweise tritt der linke Star-Moderator des italienischen Staatsfernsehens Rai ziemlich forsch auf. Am Donnerstag aber stakste Santoro so vorsichtig durch seine Talkshow, als überschreite er Glasscherben. Drei Mal betonte er, es gehe hier um Einzelfälle und nicht um einen Generalangriff auf die Kirche. Die Vorsicht war angebracht. Schließlich bewegte sich Santoro an diesem Abend auf schwierigem Terrain: Er zeigte die BBC-Dokumentation "Sex, crimes and the Vatican", die schwere Vorwürfe gegen die Kirche und den Papst enthält. Danach soll der Vatikan in Mafia-Manier über Jahrzehnte versucht haben, sexuelle Übergriffe von Priestern auf Kinder unter einem Mantel des Schweigens zu verbergen und die Strafverfolgung zu behindern.
Colm O’Gorman, der irische Autor des Films, belegt an Fällen aus seiner Heimat, den USA und Brasilien, wie katholische Pfarrer Jungen und Mädchen missbrauchten. Statt dafür bestraft und aus dem Kirchendienst verbannt zu werden, schoben manche Ortsbischöfe die Täter von einer Pfarrei in die nächste, wo diese ihre Verbrechen fortsetzten. Der Dokumentation zufolge steckte dahinter eine Strategie des Vertuschens, die Joseph Ratzinger als langjähriger Chef der Glaubenskongregation im Vatikan mit zu verantworten habe. (...)
Quelle: Süddeutsche Zeitung, 1.6.2007 (Auszug)
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Leben und Leiden eines "Bankerts"
Wenn der Herr Pfarrer eine Tochter hat
"Dornenvögel" auf bayerisch: Veronika Egger wuchs in Oberbayern als heimliches Kind eines katholischen Priesters auf - und litt unter dem ewigen Versteckspielen. Mit 13 fielen ihr die Haare aus.
Die Lüge ist erblich. Veronika bekommt sie von ihrer Mutter vermacht, da ist sie gerade in der ersten Klasse, im Jahr 1984. Neben der Tafel hängt ein Jesus am Kreuz. Die Religionslehrerin erklärt, warum in der Kirche immer eine Kerze brennt und wie der Leib Christi in diese kleine Back-Oblate passt. Veronika reckt den Finger in die Luft und verkündet mit dem Stolz einer Siebenjährigen, dass sie das schon alles weiß. Weil ihr Papa Priester ist. Prompt wird die Mutter zum Direktor zitiert: Schlimm genug, dass sie einen Diener des Herrn verführt habe. Aber man müsse ja nicht auch noch darüber sprechen. Veronika versteht nicht wirklich, warum sie plötzlich nicht mehr über den Vater reden darf. Was sie aber spürt, ist, dass da etwas Schlimmes in ihr steckt, etwas, wofür man sich schämen muss. (...)
Als Veronikas Mutter 1978 das Pfarrerskind zur Welt bringt, wird sie ins Münchner Ordinariat zitiert. Der damalige Kardinal Joseph Ratzinger, erinnert sie sich, habe ihr durch seinen Generalvikar ausrichten lassen, sie trage als Frau die alleinige Schuld. Es sei das Beste, den Kontakt zum Kindsvater abzubrechen. Um ihr diesen Schritt zu erleichtern, werde der Sünder vorerst versetzt. Wenn sie seine Karriere nicht völlig zerstören wolle, rate er ihr, die Geschichte nicht an die große Glocke zu hängen. (...)
Dabei verstößt mindestens die Hälfte der Geistlichen gegen den Zölibat, behauptet Ernst Sillmann, Vorsitzender der Vereinigung verheirateter Priester und ihrer Frauen. Bei vielen sei es gerade der Reiz des Verbotenen, der die Gefühle befeuert. (...)
Die Leiden der Tochter, die alle paar Wochen krank ist, Kopfweh, Rückenschmerzen, Virus-Infektionen, haben unter dem priesterlichen Heiligenschein keinen Platz. Auch nicht, als Veronika alle Haare ausfallen. Da ist sie 13. Zuerst kleben nur einige dunkelbraune Strähnen am Kopfkissen, dann verliert sie büschelweise Haar. "So was ist oft psychosomatisch", murmelt der Arzt und betastet ihren Schädel. Nur in der Stirn kräuseln sich noch einige flaumige Härchen. "Gibt es etwas, was Sie bedrückt?" Veronika presst die Lippen aufeinander und drückt die Perücke auf die Glatze. Versteckt sich, schon wieder. (...)
Dann rappelt sie sich auf und beginnt eine Ausbildung als Kinderpflegerin. Und diesmal hat sie die Heimlichkeiten satt. Sie stellt sich vor die Leiterin der Berufsfachschule und sagt ihr klipp und klar: "Mein Vater ist katholischer Pfarrer, wenn Sie das stört, sagen Sie’s lieber gleich." Die Schulleiterin bewundert ihren Mut. Veronika beginnt, offen über ihre Herkunft zu sprechen. Übers Internet sucht sie Menschen mit dem gleichen Schicksal. Und wird fündig. Wieder. Und wieder.
Selbst die Kirche kann die heimlichen Kinder nicht mehr totschweigen. Allein in Veronikas Diözese gesteht man widerwillig 10 bis 15 Fälle ein. Bundesweite Statistiken existieren nicht. "Verschwindend gering" sei die Zahl der Pfarrerskinder, wiegelt Winfried Röhmel, Sprecher des Erzbistums München-Freising, ab. (...)
Quelle: Süddeutsche Zeitung, 10.4. 2007 (Auszüge)
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Bistum Essen beurlaubt Priester
Staatsanwaltschaft erhebt Anklage wegen sexuellen Missbrauchs Essen
Wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs eines Kindes ist ein 60jähriger Priester des Bistums Essen nach Bekanntwerden der Vorwürfe von seinem Dienst beurlaubt worden. Ihm wird vorgeworfen, in zwei Fällen versucht zu haben, sexuelle Handlungen an einem zwölfjährigen Mädchen vorgenommen zu haben. Der Priester bestreitet die Vorwürfe. Die Staatsanwaltschaft Essen hat inzwischen beim Amtsgericht die Eröffnung eines Hauptverfahrens gegen den Beschuldigten beantragt. Dem Mädchen sowie dessen Familie sind vom Bistum Essen therapeutische und pastorale Hilfen angeboten worden. Die Beurlaubung des Priesters erfolgt nach der im Bistum Essen geltenden Verfahrensordnung bei sexuellem Missbrauch Minderjähriger durch Geistliche oder Mitarbeiter im kirchlichen Dienst.
Quelle: www.kath.net, 22. März 2007
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Warschau, 05. März 2007
Opfer von sexuellem Missbrauch klagen die katholische Kirche in Polen an. "Die Berichte der Opfer sind erschütternd", schreibt eine Zeitung.
Die katholische Kirche in Polen wird durch einen Sex-Skandal erschüttert. Obwohl Opfer von sexuellem Missbrauch in der zentralpolnischen Diözese Plock den dortigen Kirchenoberen berichteten, hätten diese nicht eingegriffen, berichtete die konservative Tageszeitung "Rzeczpospolita" in ihrer Ausgabe vom heutigen Montag. (...)
Opfer sind ehemalige Ministranten
Seit ihrem ersten Bericht am Samstag meldeten sich immer mehr Betroffene, so "Rzeczpospolita". Die Opfer seien vor allem ehemalige Ministranten, die von mehreren Priestern missbraucht worden seien. Geistliche der Diözese bestätigten der Zeitung anonym diese Informationen. Die beschuldigten Priester arbeiteten auch heute noch mit Kindern, so seien zwei von ihnen Lehrer an Grundschulen. "Die Berichte der Opfer sind erschütternd", schreibt "Rzeczpospolita". Die Betroffenen stammten meist aus zerrütteten Familien und strebten selbst eine Priesterlaufbahn an. Dies hätten die Geistlichen in Plock zum Aufbau eines Vertrauensverhältnisses ausgenutzt, erzählen sie. Die Proteste von Angehörigen und anderen Geistlichen seien auf taube Ohren gestoßen. Erzbischof Wielgus habe erklärt, "dass wir doch alle schwach seien", sagte ein Priester anonym der "Rzeczpospolita".
40 Jahre lang Zeuge
Die Zeitung hat auch Hinweise, dass es in Plock eine regelrechte "Tradition" des Kindermissbrauchs gebe. Ihr liegt ein Brief eines nach Kanada emigrierten Polen vor, der erklärt, er sei in Plock fast 40 Jahre lang Zeuge des sexuellen Missbrauchs von Ministranten in einer Gemeinde gewesen. In einigen Fällen wurde in den vergangenen Jahren die Polizei aktiv. So verhaftete sie im Juli 2006 den Priester Jaroslaw K. unter dem Verdacht, Kinderpornographie im Internet verbreitet zu haben.
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Nach Serie von Missbrauchsfällen: US-Bistum bankrott
Mehr als 150 Klagen wegen sexuellen Missbrauchs haben das katholische Bistum im kalifornischen San Diego in den finanziellen Ruin getrieben.
Die Diözese der Millionenstadt kündigte heute an, Gläubigerschutz zu beantragen. Die Forderungen der Kläger überstiegen die finanziellen Möglichkeiten des Bistums und seiner Versicherungen, erklärte Bischof Robert Brom.
Den Klägern zufolge sieht sich die Kirche mit Vorwürfen konfrontiert, die bis in die 50er Jahre zurückreichen. Die Einigungskosten könnten sich auf mehr als 200 Millionen Dollar belaufen. Die Missbrauchsopfer übten scharfe Kritik an dem Plan der Kirche.
"Moralischer Bankrott" Das "Opfer-Netzwerk der von Priestern Missbrauchten" bezeichnete den geplanten Schritt in die Insolvenz als "moralischen Bankrott eines eigennützigen Bischofs, der Angst vor unbequemen Fragen über das Verwöhnen und Verheimlichen pädophiler Priester" habe.
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Der persönliche Sekretär von Papst Johannes Paul II. und jetzige Krakauer Erzbischof, Kardinal Stanislaw Dziwisz, könnte einen Sexskandal von Priestern im Vatikan vertuscht haben.
Dies berichtete die polnische Tageszeitung „Glos Wielkopolski“ am heutigen Freitag. Dziwisz soll schriftlich über Sexaffären um Erzbischof Juliusz Paetz und den Gründer der Legionäre Christi, Pater Marcial Maciel Degollado, informiert worden sein. Laut der Zeitung hatte Dziwisz die Nachrichten vor dem Papst aber verheimlicht.
Laut „Glos Wielkopolski“ schrieb eine Gruppe von Priestern und katholischen Laien im August 2000 - zwei Jahre bevor der Medienskandal um den Posener Erzbischof Paetz aufflog - einen Brief über Fälle sexueller Belästigung von Seminaristen durch den Hierarchen. Der Brief wurde nach Rom geschickt und auch Kardinal Dziwisz mit der Bitte um Intervention beim Papst überreicht. Laut der Zeitung weist alles darauf hin, dass Dziwisz die Nachricht nicht weiterleitete. Über sexuelle Belästigung der Seminaristen durch Paetz erfuhr der Papst erst viel später.
Ähnliche Vorwürfe richtet die Zeitung gegen den Kardinal auch in einer anderen Affäre: Pater Marcial Maciel Degollado soll acht minderjährige Legionäre Christi sexuell missbraucht haben. Dziwisz bekam im Dezember 2002 einen Brief des mexikanischen Paters Antonio Ornelas, der über Dellogados Vergehen berichtete. Auch in diesem Fall hatte Dziwisz nach Angaben der Zeitung die Nachricht nicht an Papst Johannes Paul II. weitergeleitet. Dellogado wurde erst nach drei Jahren im Mai 2006 von Papst Benedikt XVI. zum Rücktritt gezwungen und bestraft.
„Das ist ein Skandal großer Klasse“, kommentierte Erzbischof Jozef Zycinski am Freitag im Radio Tok FM den Zeitungsartikel. Er ist der Auffassung, dass das verzögerte Handeln des Papstes aus dem Bedarf nach einer sorgfältigen Untersuchung der einzelnen Fälle resultiere und man Dziwisz auf keinen Fall für den Versuch einer Vertuschung von kirchlichen Sex-Affären verantwortlich machen könne.
Quelle: Vorarlberg Online, 26.01.2007
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Pfarrer gesteht sexuellen Missbrauch von Kindern
Ein wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern verdächtigter katholischer Pfarrer aus Isselburg in Nordrhein-Westfalen hat ein Geständnis abgelegt. Die Übergriffe seien unter anderem bei einem Messdienerlager erfolgt. Münster/Borken - Der 45-Jährige habe der Staatsanwaltschaft Münster bestätigt, dass es in drei Fällen zu "Grenzüberschreitungen" gekommen sei. "Es waren aber keine massiven sexuellen Handlungen", sagte Oberstaatsanwalt Wolfgang Schweer und bestätigte vorangegangene Medienberichte.
Zu den Übergriffen sei es innerhalb der vergangenen fünf Jahre bei einem Messdienerlager auf der niederländischen Insel Ameland, einer Lesenacht und einem Saunabesuch gekommen. Die Polizei ermittelt nun, ob der Geistliche weitere Kinder unsittlich berührt hat. Das Bistum Münster beurlaubte den Geistlichen, nachdem im November vergangenen Jahres Anzeige gegen ihn erstattet worden war. Zuvor war der gebürtige Rheinländer als Priester in zwei Kirchengemeinden sowie als Pfarrverwalter in einer weiteren Gemeinde im Kreis Borken tätig gewesen. (...)
Quelle: Der Tagesspiegel Berlin, 5.1.2007 (Auszug)
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Frankreich Ein Gericht in Valence im Süden des Landes hat einen Priester wegen sexuellen Missbrauchs mehrer Jugendlichen in Frankreich zu sechs Jahren Haft verurteilt. Er habe 15 Kinder sexuell belästigt, die jünger als 15 Jahre waren. Die Angriffe geschahen in den 90er-Jahren. Der 52-jährige verurteilte Priester hat sich im Gerichtssaal für seine Taten entschuldigt. Quelle: Newsletter von Radio Vatikan – 20.12.2006
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Vereinigte Staaten Die römisch-katholische Erzdiözese Portland im Bundesstaat Oregon hat der Zahlung von 75 Millionen Dollar für die Opfer sexuellen Missbrauchs zugestimmt. Das Geld solle die Schadensersatzansprüche in 170 Missbrauchsfällen abdecken. Ein großer Teil der Summe wird Agenturangaben zufolge von Versicherungsunternehmen gedeckt, der Rest komme von der Diözese. Im Juli 2004 wurde ein Verfahren angesetzt, in dem Anwälte eine Entschädigung von 135 Mio. Dollar wegen sexuellen Missbrauchs forderten. Noch am selben Tag meldete die Diözese Insolvenz an. Vor der Zahlungsunfähigkeit hatte die Diözese 50 Millionen Dollar gezahlt und damit Fälle abgeschlossen, die zum Teil Jahrzehnte zurück lagen. Quelle: Newsletter von Radio Vatikan – 20.12.2006
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Irland: Kinderschänder-Skandale - Kirche muss 40 Mio. Franken Entschädigung zahlen
(...) Die katholische Kirche in Irland war seit 1994 mehrfach von Pädophilie-Skandalen erschüttert worden. (...) Nach Schätzung der Bischofskonferenz müssen die 26 irischen Diözesen in den kommenden 5 Jahren insgesamt umgerechnet 39,8 Millionen Franken an Entschädigungen zahlen. (...) Quelle: kipa - Katholische Internationale Presseagentur, 29.10.2006
Irland: 350 Priester haben nachweislich sexuelle Straftaten begangen
Benedikt XVI. sprach ein Machtwort: Von widerlichen Gewaltakten, die mit aller Härte zu verfolgen« redete der Papst. (...) Klar Stellung zum Thema Pädophile in der Kirche nahm Benedikt XVI beim Besuch irischer Bischöfe im Vatikan. Anlass für die deutlichen Worte sind die für die Kirche verheerenden Skandale. Vergangenen März erst hatte der Erzbischof von Dublin erschreckende Zahlen nach einer Untersuchung unter 2800 Geistlichen für den Zeitraum zwischen 1949 und 2000 genannt: Danach haben 350 Priester nachweislich sexuelle Straftaten begangen. (...) Quelle: Kölnische Rundschau, 30.10.2006
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Weltweit kirchliche Sex-Skandale - Rund 3% des Klerus in Irland und USA pädophil veranlagt
(...) Seit Jahren reißen die Hiobsbotschaften über pädophile Kleriker nicht ab - Benedikt fürchtet den Vertrauensverlust der Kirche. (...) Aus Mexiko und Brasilien, aus den Österreich und Japan werden sexuelle Übergriffe von Priestern berichtet, auch aus Deutschland. Mal sind es Pfarrer, die sich im Zeltlager an Knaben herangemacht haben, mal sind Priesterschüler die Opfer, seltener Mädchen und Frauen. Italienischen Presseberichten zufolge kommt eine irische Studie zu dem Schluss, dass drei Prozent der dortigen Priester in den vergangenen Jahrzehnten sexuellen Missbrauch begangen hätten. Ähnliche Zahlen wurden bereits in den USA ermittelt. Dort haben die Skandale ganze Diözesen an den Rand des Ruins gebracht, auch an den Rand des finanziellen Ruins. Die Klagewelle von Opfern rollt. (...) Quelle: N 24, 29.10.2006
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weil Priester Schüler sexuell belästigte Das Erzbistum Los Angeles und der Karmeliterorden haben sich mit sieben Opfern sexuellen Missbrauchs durch Kirchenleute auf die Zahlung von Entschädigungen geeinigt. Sie spricht von insgesamt zehn Millionen US-Dollar. Einige der Opfer waren an einem kirchlichen Gymnasium in der Nähe von Los Angeles von einem Priester, der dem Karmeliterorden angehörte, sexuell belästigt worden. Quelle: Newsletter von Radio Vatikan, 28.10.2006
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Frankreich: Kinderschändung - 10 Jahre Haft für Priester
In Frankreich ist ein katholischer Priester wegen Vergewaltigung und sexuellem Missbrauch zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Der inzwischen 64 Jahre alte Geistliche wurde für schuldig befunden, zwischen 1995 und 1998 einen Jungen sexuell belästigt zu haben. Zusätzlich zur Haftstrafe muss er dem Opfer 15.000 Euro Schadenersatz zahlen. Der Prozess erregte Aufsehen, weil erstmals in der französischen Justizgeschichte ein katholisches Bistum als Nebenkläger auftrat. Die französischen Bischöfe hatten bereits im Jahr 2000 Kindesmissbrauch durch Priester scharf verurteilt und Maßnahmen für ein schärferes Vorgehen beschlossen. Quelle: Newsletter von Radio Vatikan, 26.10.2006
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783 Missbrauchsfälle bei katholischer Kirche in USA gemeldet
Washington (dpa) - In der katholischen Kirche der USA sind im vergangenen Jahr mehrere hundert Fälle sexuellen Missbrauchs gemeldet worden. In 783 Fällen lägen glaubhafte Anschuldigungen vor, teilte die Bischofskonferenz in Washington mit. Insgesamt seien mehr als 500 Priester beschuldigt worden, Minderjährige missbraucht zu haben. Mehr als vier Fünftel von ihnen seien bereits aus dem Kirchenamt ausgeschieden.
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Rheinischer Pfarrer gestand Vergewaltigung seiner Tochter
K ö l n (idea) – Ein Pfarrer der Evangelischen Kirche im Rheinland hat zugegeben, 1985 seine damals 17jährige Tochter vergewaltigt zu haben. Der 67jährige Angeklagte aus dem Oberbergischen Kreis ließ das Geständnis am 20. März durch seinen Anwalt vor der 2. Großen Strafkammer am Landgericht Köln erklären.
Der Staatsanwaltschaft zufolge soll der Geistliche seine Tochter im Ehebett in Abwesenheit der Mutter zum Beischlaf gezwungen haben. Das heute 38jährige Opfer tritt in dem Prozeß als Nebenklägerin auf. Nach Angaben ihrer Anwältin mißbrauchte der Pfarrer seine Tochter zwischen dem 10. und 17. Lebensjahr. In dem Verfahren geht es aber lediglich um die Vergewaltigung, weil sie noch nicht verjährt ist. Die Frau hatte über 20 Jahre geschwiegen. Als sie befürchtete, der Vater könnte sich auch ihrer Tochter nähern, ging sie zur Polizei. Der Pressesprecher der rheinischen Kirche, Jens Peter Iven (Düsseldorf), sagte auf idea-Anfrage, das Landeskirchenamt habe nach Bekanntwerden der Vorwürfe ein Disziplinarverfahren gegen den Ruhestandspfarrer eingeleitet. Es sei bis zum Abschluß des Verfahrens vor dem Landgericht ausgesetzt und werde nach dem Urteil wieder aufgenommen.
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USA: Hochrangiger Bischof soll Kind missbraucht haben
Massive Vorwürfe an einen Top-Geistlichen: Der Präsident der Katholischen Bischofskonferenz in den USA wird beschuldigt, in den sechziger Jahren eine Minderjährige missbraucht zu haben. Der Beschuldigte wies die Vorwürfe zurück.
(...) Eine namentlich nicht bekannte Frau hatte am 27. Dezember vergangenen Jahres Anzeige erstattet. Sie beschuldigt Skylstad, sie in der Zeit von Dezember 1961 bis zum Dezember 1964 sexuell missbraucht zu haben. Die Übergriffe hätten sich unter anderem an der Gonzaga-Universität zugetragen, an der Skylstad damals studierte. Die Frau war den Angaben zufolge damals minderjährig.
Die Vorwürfe wurden öffentlich, kurz bevor heute die Frist zur Einreichung formeller Schadensersatzforderungen wegen sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche ablief. Bis Mittwoch seien insgesamt 135 Anträge eingegangen, erklärte ein Rechtsanwalt der Diözese, Greg Arpin.
Spokane ist eine der drei US-Diözesen, die nach Missbrauchsklagen vor dem Bankrott stehen. Im vergangenen Monat hatte sie bereits 75 Opfern priesterlicher Pädophilie insgesamt 45,75 Millionen Dollar Schadensersatz angeboten.
Anwälte der Diözese kündigten an, die neuen Vorwürfe zu überprüfen. Der Vatikan sei informiert, hieß es in der Stellungnahme.
Quelle: SPIEGEL ONLINE - 10. März 2006 (Auszug)
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DUBLIN
Kirche gesteht massenhaften Kindesmissbrauch
Die Erzdiözese Dublin hat in einem Bericht eingeräumt, dass sich 102 ihrer Priester an Kindern vergangen haben sollen. Seit 1940 seien mindestens 350 Kinder Opfer von geistlichen Verbrechern geworden.
(...) Seit 1994 wird das überwiegend katholische Irland immer wieder von ähnlichen Missbrauchsskandalen erschüttert. Nie allerdings ging es dabei um Verbrechen dieser Dimension. Das Büro des Erzbischofs teilte mit, die Zahlen basierten auf eine zweijährigen Untersuchung der Akten von mehr als 2800 Priestern, die während der vergangenen 66 Jahre in der Pfarreiarbeit oder in Orden gearbeitet hätten.
Einige der Priester sind für ihre Taten schon bestraft worden. Acht von ihnen seien in Strafprozessen verurteilt worden, 32 weitere von ihren insgesamt 105 Opfern zivilrechtlich belangt worden. Das kostet die Erzdiözese insgesamt 5,8 Millionen Euro.
Weitere Kosten kommen auf die Kirche jedoch noch zu, da 40 Verfahren noch in der Schwebe und viele weitere Fälle völlig ungeklärt sind. Erzbischof Martin kündigte bereits an, die Kirche müsse wohl einige ihrer Besitztümer veräußern, um den Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. (...)
Quelle: Spiegel online, 8.3.2006 (Auszug)
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Prügelnde Lehrer an Herz Jesu
Wegen wiederholter Misshandlungen von Schülern wird die Herz-Jesu-Realschule in Saarbrücken geschlossen. Zu häufig wurde nach Ansicht der Schulbehörde den Kindern der Lernstoff eingeprügelt. Doch an der Grundschule und im Internat darf der Lehrbetrieb weitergehen. (...)
Die Schläge im Dezember allerdings waren nicht die ersten, die auf dem Schulgelände der Herz-Jesu-Schule ausgeteilt wurden, und sie sollten auch nicht die letzten sein. Vergangene Woche setzte es von dem abgemahnten Lehrer wieder Ohrfeigen in der Pause. Und da konnte Pater Udressy dann nicht anders, als den Lehrer zu feuern und dem Schulaufseher Corneli in einem Fax alle Misshandlungen zu beichten.
Nun schließt das Schulamt die von religiösen Traditionalisten getragene Realschule, wie Kultusminister Jürgen Schreier (CDU) bestätigte. Der Minister zeigte sich empört darüber, dass die Übergriffe zunächst verheimlicht wurden, obwohl in der Zwischenzeit eine Inspektion stattgefunden habe. Der betroffene Lehrer sei vom Dienst suspendiert. "Das wurde auch Zeit. Die Schule wurde unter dem Zauberwort 'Züchtigung' gegründet, und diesen Geist wird sie nicht los", kommentierte der SPD-Landtagsabgeordnete Peter Gillo die Schließung.
Seit Jahren immer wieder Prügel-Vorwürfe
Schon vor einem Jahr war die Privatschule abgemahnt worden, nachdem von Schlägen, Tritten und Schülerarrest in einem Keller berichtet worden war. Damals leitete auch die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren ein, das nach ihrer Auskunft noch nicht abgeschlossen ist. Nach den neuerlichen Prügelvorwürfen soll der Realschule mit 50 Schülern die Lehrgenehmigung zum Ende des Schuljahres entzogen werden.
Träger der Realschule, der Grundschule und des Internats ist der Don-Bosco-Schulverein, hinter dem die Priesterbruderschaft des Hl. Pius X. steht. Der Verein in Saarbrücken hat nichts mit dem Don-Bosco-Werk des Salesianer-Ordens zu tun, das unter anderem Schulen in Rostock, Hildesheim, Regensburg und Essen betreibt. Die Saarbrücker benutzten lediglich ebenfalls den nicht geschützten Namen des 1934 heilig gesprochenen italienischen Priesters Johannes Don Bosco. (...)
Lehrer durften weiter unterrichten
Die Mutter eines ehemaligen Schülers sieht das anders. Sie erstatte im letzten Jahr Anzeige wegen Körperverletzung. Man habe ihren Sohn geschlagen, getreten und im Keller eingesperrt. Zunächst tat die Schule dies als "Rachefeldzug" der Mutter ab. Ihr Sohn war kurz zuvor von der Schule geflogen, weil er "wiederholt störte und nicht diszipliniert genug war", so damals Rektor Udressy.
Dass es an der konservativen Ordensschule seit Jahren mehrere Beschwerden über Misshandlungen gab, räumte Udressy im vergangenen Jahr ein. Er spielte die Anschuldigungen jedoch herunter: "Das gibt es doch überall". Die beschuldigten Lehrer durften deshalb weiter unterrichten.
Wenn die Realschule nun im Sommer geschlossen wird, geht der Betrieb in der Don-Bosco-Grundschule St. Arnual mit 23 Kindern und dem Internat mit 27 Schülern weiter. Beliebt sind diese Schulen nicht nur bei strenggläubigen Traditionalisten und Anhängern des exkommunizierten Erzbischofs Marcel Lefebvre, auf den sich die Don-Bosco-Bruderschaft einst gründete. (...)
Quelle: SPIEGEL online, 16.2.2006 (Auszug)
Aktueller Stand (Pressemitteilung vom 8. August 2006): Erweiterte Realschule Herz-Jesu in Saarbrücken kann unter Auflagen vorläufig weiterbetrieben werden
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HEIMKINDER-SCHICKSALE
"Wie geprügelte Hunde"
Sie wurden geschlagen, erniedrigt und eingesperrt. Unter oft unvorstellbaren Bedingungen wuchsen in den fünfziger und sechziger Jahre Hunderttausende Kinder und Jugendliche in kirchlichen Heimen auf. "Wir waren Zwangsarbeiter", sagen sie heute. Ein dunkles Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte.
Hamburg - In den sechziger Jahren trimmten staatliche, katholische und evangelische Erzieher Kinder und Jugendliche in rund 3000 Heimen mit mehr als 200.000 Plätzen. Gut die Hälfte der Kinder war zwei bis vier Jahre lang in solchen Heimen. Andere verbrachten ihre ganze Kindheit und Jugend in den oft hermetisch abgeschlossenen Häusern. Erst wenn sie das 21. Lebensjahr vollendet hatten, als Volljährige, wurden sie in die Gesellschaft entlassen. Heute leben vermutlich noch mindestens eine halbe, wahrscheinlich aber mehr als eine Million ehemaliger Heimkinder aus dieser Zeit in Deutschland. Sie sind zwischen 40 und 65 Jahre alt.
Rund 80 Prozent der Heime waren in konfessioneller Hand. Insbesondere die katholischen Frauen- und Männerorden führten jahrzehntelang zahlreiche Erziehungsanstalten. Sie hießen "Zum Guten Hirten" oder waren nach Heiligen und Ordensgründern benannt: "Don-Bosco-Heim", "St. Vincenzheim", "St. Hedwig" oder "Marienheim". Die alte Mönchsregel "Bete und arbeite" erlebte eine perverse Renaissance in diesen konfessionellen Erziehungsheimen der jungen Bundesrepublik.
In der Diakonie Freistatt bei Diepholz, einer Zweigstelle der von Bodelschwinghschen Anstalten in Bethel, wurde sie brutal umgesetzt. Freistatt mit seiner Presstorfproduktion, mit seinen Schlossereien und Schmieden war als reiner Wirtschaftsbetrieb konzipiert, der die billigen Arbeitskräften ausnutzte. Wenn nicht gerade Choräle gesungen wurden, mussten die 14- bis 21-Jährigen im Sommer wie im Winter im Moor Torf stechen und pressen.
"Besenstiele als Züchtigungsmittel"
(...) Selbst zum Kirchgang mussten die Jugendlichen die Beinschellen tragen. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die inzwischen auf sechs Häuser angewachsene Diakonie Freistatt ständig überfüllt. In den fünfziger Jahren waren in Freistatt etwa 500 junge Männer eingesperrt. Damals war es noch üblich, dass Neuankömmlinge, die etwa aus anderen Heimen entwichen waren, aus Schikane anfangs auf dem Boden schlafen mussten.
Trotz des Verbots staatlicher Stellen, zu züchtigen oder als Strafmaßnahme die Haare abzuschneiden, prügelten die Erzieher in Freistatt, meist evangelische Diakone, munter weiter. 1960 beanstandete das Landesjugendamt Hannover "die Verwendung von Forkenstielen, Torflatten, Pantoffeln und Besenstielen als Züchtigungsmittel". (...)
Quelle: SPIEGEL ONLINE, 11.02.2006 (Auszug)
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15.000 Iren klagen auf Entschädigung für Missbrauch
Dublin (AFP) - In Irland sind gut 15.000 Menschen einem Aufruf der Regierung gefolgt, für erlittene Misshandlungen in zumeist kirchlich geführten Kinderheimen Entschädigung zu beantragen. Bis zum Ende der Meldefrist am Donnerstag seien 14.768 Anträge bei dem eigens eingerichteten Entschädigungsausschuss für Heimbewohner (RIRB) eingegangen, teilte das Gremium auf seiner Website mit. Die Summe der Entschädigungen, für die der Staat aufkommen muss, könne bei über einer Milliarde Euro liegen.
In einem umstrittenen Abkommen zwischen irischem Staat und katholischer Kirche wurden die von der Kirche zu leistenden Entschädigungen auf maximal 128 Millionen Euro festgesetzt. Was darüber hinaus geht, muss aus Steuergeldern bezahlt werden.
Die Antragsteller machen geltend, sie seien als Kinder in staatlich gegründeten, zumeist unter Leitung der katholischen Kirche stehenden Einrichtungen misshandelt worden. Dabei handelte es sich um sexuellen Missbrauch und andere körperliche Misshandlungen sowie um seelische Qualen. (...)
Quelle: Yahoo-Nachrichten, 17.12.2005 (Auszug)
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an Ministranten in Deutschland
Die Vatikan-Kirche in Deutschland hat erstmals dem Opfer eines Sexual-Verbrechens eine Entschädigung gezahlt. Dies berichtet DER SPIEGEL in seiner Ausgabe 49/2005. Das Bistum Magdeburg habe einem ehemaligen Ministranten eine Entschädigung in Höhe von 25.000 Euro überwiesen - vierzig Jahre nachdem sich ein Priester an dem kleinen Jungen verging. Norbert D. war neun Jahre alt und stolz darauf gewesen, endlich Messdiener in der Kirche »Unbefleckte Empfängnis Mariens« nahe Leipzig zu sein. Nach dem Gottesdienst nahm ihn Pfarrer Alfons Kamphusmann mit ins Pfarrhaus und verging sich an ihm. Bei diesem einen Mal sollte es nicht bleiben: Denefs Martyrium in der Pfarrwohnung erstreckte sich über sieben Jahre, von 1958 bis 1964. Er konnte mit niemandem reden. Der Pfarrer war ein Freund seiner Familie. »Auch in der Schule fragte keiner nach, obwohl Norbert oft zu spät kam. Das war an Tagen, an denen er in der Frühmesse ministrierte und sich vor Angst in die Hosen machte.«
Als Erwachsener bekam Norbert D. schwere Depressionen, chronische Schlafstörungen, Heulkrämpfe und plötzliche Angstschweißausbrüche. Er musste in eine Klinik. Auch dort erzählte er anfänglich nichts, begann jedoch, Bücher über Missbrauch zu studieren. Langsam begriff er, was ihm angetan worden war.
Doch bis zum Zeitpunkt der Entschädigungszahlung sollten noch Jahre vergehen, in denen sich das Opfer an Pfarrer und Bistümer wandte. 25.000 Euro hat er erhalten. Für die Kosten psychologischer Therapien für sich und seine Familie hatte Norbert D. 122.850 Euro berechnet...
Quelle: Spiegel 49/2005 (Auszug)
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Länger als ein halbes Jahrhundert hatte es gedauert. Dann erhielt Eva Dubuisson einen Brief von der Kommission zur Aufklärung von Fällen sexuellen Missbrauchs in der Kirche: 50.000 Euro Entschädigung sollte sie erhalten, weil sie als Mädchen von einem Priester, dem sie sich anvertraut hatte, vergewaltigt worden war. Nachdem eine Tante bei der Polizei Bericht erstattet hatte, wurde nicht etwa der Priester aus dem Verkehr gezogen - statt dessen kam Eva in eine von Nonnen geleitete Besserungsanstalt. Nach dem Martyrium der Vergewaltigung kam nun quasi die Gefangenschaft: Sie musste nähen, putzen, beten, und am Nachmittag entließ man sie für eine Stunde in den Hof. Dann liefen die Mädchen entlang der hohen Mauern, stumm, wenn eines sprach, dann kam es in den Keller. Sogar eine Nacht musste Eva in dem Keller verbringen; sie hatte sich getraut zu fragen, warum man sie gefangen hielt. Jahre später fand Eva Dubuisson in den Archiven des Genter Justizpalastes eine Akte, die ein Gerichtsurteil enthielt. Demnach habe sie sich herumgetrieben und prostituiert und werde deshalb bis zur Volljährigkeit in einer Besserungsanstalt verwahrt; Urteil nach öffentlicher Anhörung ergangen am 5. Oktober 1950. In Wirklichkeit hatte der Prozess niemals stattgefunden. Die Kirche trieb die Angst, dass in einem richtigen Prozess der Skandal ans Licht gekommen wäre. Darum war das Mädchen auch weggesperrt worden. Auf der Suche nach der Wahrheit wandte sich Eva Dubuisson an die Justiz in Gent und an das Bistum. Sie fand ein Dokument, aus dem hervorging, dass der Priester 40 Tage lang in Untersuchungshaft genommen worden war. Später wurde er versetzt. Der Pädophile predigte, bis er mit 92 Jahren starb. Vor drei Wochen meldete sich Eva Dubuisson wieder beim Bistum. Sie wollte wissen, wie es um die 50.000 Euro stehe. Man fragte sie, ob ihr nicht auch die Hälfte reichen würde.
Quelle: SPIEGEL 48/2005 (Auszug)
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Erzdiözese Los Angeles nennt 126 Namen pädophiler Priester
Eigentlich wollte der Kardinal jetzt Ruhe schaffen. Exakt zur Mitte der Nacht, von Dienstag auf Mittwoch, ließ er vertrauliche Notizen ins Internet stellen. Man könnte auch sagen, eine Liste der Schande. Auf 155 Aktenseiten werden dort die Karrieren von 126 Kirchenmännern der Erzdiözese Los Angeles ausgebreitet, denen eines gemeinsam ist: Sie sollen die ihnen anvertrauten Kinder sexuell missbraucht haben. Jungen und Mädchen. Die Veröffentlichung sollte der Anfang vom Ende des wohl folgenreichsten Skandals in der Geschichte der größten katholischen Diözese der USA sein. Sie galt als Voraussetzung für die außergerichtliche Einigung über mehr als 560 Mißbrauchsklagen, die die Erzdiözese vermutlich mehr als eine halbe Milliarde Dollar kosten dürfte. Doch statt dessen folgte ein Aufschrei der Empörung und die Ankündigung von Anwälten der Opfer, jetzt erst recht vor Gericht ziehen zu wollen.
Denn zweierlei ist nach der Veröffentlichung noch klarer geworden: Missbrauchsvorwürfe waren der Kirche seit langem bekannt. Aber stets hat sie versucht, die Sache intern zu regeln, durch Versetzungen, Therapien und in manchen Fällen durch Entfernung aus dem Priesteramt. Aber die neuen Gemeinden der Verdächtigen wurden nicht unterrichtet, die Polizei nicht informiert. Über Jahrzehnte ging das so. (...)
Die Vermutung liegt nahe, dass die herausgegebenen Notizen nur die „Spitze des Eisbergs“ darstellen, wie die Los Angeles Times schrieb. Raymond Boucher, Anwalt von mehr als 300 Mißbrauchsopfern, warf der Kirche vor, das wahre Ausmaß des Skandals vertuschen zu wollen. „Dieser Kardinal und die Erzdiözese haben nicht im Mindestenvor, die Öffentlichkeit davon zu unterrichten, wie tief sie verstrickt sind“, sagte Boucher. Von „vollständiger Transparenz“ könne keine Rede sein. In Wahrheit seien Missbrauchsvorwürfe gegen 245 Priester der Erzdiözese bekannt, die jetzt veröffentlichte Liste führe aber nur gut die Hälfte auf. (...)
„Sie wussten, dass die Vergewaltigung von Kindern ein Verbrechen ist“, rief ihre Sprecherin Mary Grant in die zahlreich aufgestellten Mikrofone, „sie haben es geheim gehalten.“ Und dann fügte sie, an den abwesenden Bischof gewandt, hinzu: „Sie haben unschuldige Leben zerstört.“
Quelle: Süddeutsche Zeitung, 14.10.05 (Auszug)
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Nach Sex-Skandalen: Geheimpapier gegen schwule Priester aus dem Vatikan
Laut BILD-Zeitung hat Papst Benedikt ein „Geheimpapier gegen schwule Priester“ erlassen. BILD schreibt: „Nach zahlreichen Sex-Skandalen in Priesterseminaren und Diozösen hat Benedikt XVI. ein Geheimpapier ausarbeiten lassen. Thema: der Keuschheitskodex“. Das Blatt zitiert aus dem Dokument: „Die Kirche weiht keine Männer mehr zu Priestern, wenn sie öffentlich ihre Homosexualität ausleben...“ Quelle: BILD, 8.10.2005
Kommentar: Ist das jetzt das Ende der Kirche? Offiziell existieren keine Zahlen, aber nach Schätzungen liegt der Anteil von Homosexuellen unter Priestern in Industrienationen bei nahezu 50 Prozent - in einer normalen Gesellschaft liegt der Anteil bei etwa zehn Prozent. (Hamburger Abendblatt, 10.4.2001) Die Kirche klagt doch jetzt schon über Priestermangel – wenn sie jetzt keine Homosexuellen mehr nehmen, wird dieser Beruf wohl bald ausgestorben sein... Aber man muss ja genau lesen: Es geht nur um die Priester, die ihre Homosexualität „öffentlich“ ausleben. Und Sex-Orgien in Priesterseminaren und Kinderschändungen in Beichtstühlen oder auf kirchlichen Freizeiten sind ja nicht öffentlich... Und bekannt wird ja auch nur die Spitze des Eisbergs. Im April 2005 war unter dem Titel »Pope 'obstructed' Sex abuse inquiry« ein Bericht durch die englische Presse gegangen, wonach der jetzige Papst als Vorsitzender der Glaubenskongregation in einem vertraulichen Brief jeden katholischen Bischof dazu aufgefordert haben soll, Untersuchungen gegen Kinderschänder unter Verschluss zu halten, und zwar bis zum Ablauf von 10 Jahren nach Volljährigkeit der Missbrauchsopfer. Der Anteil pädophiler Priester wird in Deutschland auf 3-5% geschätzt. (Akte 97, 14.9.1999)
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Priester stirbt bei Sex mit Pferd
Washington – Priester Gerald Pointer (48) ließ sich in einem Stall bei Seattle (USA) von einem Hengst besteigen. Der Gottesmann erlitt dabei einen Dickdarmriss, starb an den Folgen. Der Priester ließ den Tiersex von LKW-Fahrer James Tait (54) filmen. Dem Mann drohen jetzt 5000 Dollar Geldstrafe. Tiersex ist im Bundesstaat Washington nicht verboten. Quelle: BILD, 24.10.05
Verhängnisvolle „mentale Schwäche“
Staatsanwalt wirft angeklagtem Priester von Cordoba Sex mit 14-jähriger vor
Der 63-jährige Priester hatte im Jahr 2004 an das damals 14jährige Mädchen extrem vulgäre SMS geschickt und Telefonate voller Anzüglichkeiten geführt. Die Telefonate waren von der Polizei abgehört worden. Vor Gericht gab der Priester zu Protokoll, dass er seit seinem 11. Lebensjahr eine „mentale Schwäche für weibliche und männliche Hinterteile“ habe. Zu sexuellen Kontakten sei es aber nie gekommen, obwohl er sich immer gewünscht habe, einmal in seinem Leben mit einer Frau zu schlafen. Er soll der 14jährigen auch Fotos geschickt haben, die ihn im Tanga zeigen. Als Zeugin trat vor Gericht eine Polizistin auf, die sich im Januar 2004 im Zimmer des Mädchens versteckt hatte. Als der Priester dem Mädchen nahe gekommen war, hatte die Polizistin ihn auf der Stelle verhaftet. Unklar blieb, was damals genau geschehen war: Das Mädchen sagt, der Priester habe sie auf den Mund küssen wollen. Der Geistliche sagt, er habe das Mädchen auf die Stirn geküsst und aus Spaß aufs Bett geworfen. Quelle: Basler Zeitung, 20.10.2005
Kirche ging nicht gegen Kindesmissbrauch vor
Die katholische Kirche in Los Angeles hat über Jahrzehnte hinweg Priester trotz massiver Vorwürfe wegen Kindesmissbrauch geschützt. Den geistlichen sei bis in die 80er Jahre auch nach bekannt werden der Anschuldigungen der Umgang mit Kindern in den Gemeinden erlaubt worden, berichtete die Zeitung „Los Angeles Times“ unter Hinweis auf jetzt veröffentlichte Akten. Sie belegen Hunderte von sexuellen Übergriffen auf Kinder in der Kirche seit den 60er Jahren. Die Dokumente wurden gemäß einer Vereinbarung zwischen der Kirche und den Anwälten von rund 500 missbrauchten Kindern veröffentlicht.
Quelle: Main-Echo, 13.10.2005
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Wie lange noch?
Zwölf Jahre für perversen Priester
In Frankreich wurde Ende September 2005 ein katholischer Priester wegen der Vergewaltigung von Minderjährigen zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Der Fall erregte in Frankreich großes Aufsehen. Denn der aus Kanada stammende Priester war bereits 1985 in der kanadischen Provinz Québec zu 20 Monaten Haft wegen sexuellen Übergriffen gegen Minderjährige verurteilt worden. Und der zuständige französische Bischof hatte davon gewusst. (Quelle: BLICK online, 21.9.05)
Haftstrafe für nackten Katechismus-Lehrer
Wegen Exhibitionismus und unsittlicher Berührungen beim Katechismus-Unterricht ist ein katholischer Priester in Ostfrankreich zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden. Ein Strafgericht verurteilte den 57-jährigen Bruno K. wegen sexueller Übergriffe gegenüber Schutzbefohlenen im Alter von weniger als 15 Jahren zudem zu weiteren drei Jahren Haft auf Bewährung. Kinder hatten berichtet, der Priester trete nackt vor ihnen auf und zeige ihnen pornografische Zeitschriften. Einige berichteten auch von unsittlichen Berührungen. Vor Gericht zeigte sich der Priester uneinsichtig. Mit den Porno-Zeitschriften habe er den Kindern »die Schönheit der Schöpfung« zeigen wollen. (Quelle: Yahoo-News, 22.9.05)
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Pfarrer nach Konsum von Kinderpornos verurteilt
Wegen des Besitzes von rund 1.600 kinderpornografischen Bildern und Videos ist am Montag ein 67-jähriger Pfarrer aus dem Pinzgau zu drei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Der Priester, der mittlerweile von seinem Amt endgültig suspendiert worden ist, hatte zuvor ein Geständnis abgelegt.
(...) In Salzburg gerieten zehn mutmaßliche Kinderporno-Konsumenten ins Visier der Beamten, unter ihnen war der Pinzgauer Pfarrer. Acht Fälle wurden bei der Staatsanwaltschaft zur Anzeige gebracht. Ein 34- jähriger Bürokaufmann und ein 28-jähriger Bautechniker wurden bereits Anfang August zu Geldstrafen von 1.680 Euro beziehungsweise 2.160 Euro nicht rechtskräftig verurteilt.
Quelle: www.krone.at, 29.08.2005 (Auszug)
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... um Opfer von Kindsmissbrauch durch Priester zu entschädigen
Kirche mitten in Boston: Bald eine Luxuswohnung? Wegen der hohen Entschädigungszahlen an Opfer sexuellen Missbrauchs ist die Erzdiözese in Finanznot geraten
Die Nachricht: US-Kirchen werden zu Luxuswohnungen
Teure Wohnungen in ehemaligen Kirchen werden in Boston gerade zum Luxusartikel. Die katholische Erzdiözese in Boston hat finanzielle Probleme und will deshalb 64 ihrer 357 Kirchen an Privatleute verkaufen... (Anmerkung zu den finanziellen Problemen: Die Erzdiözese Boston zahlt 85 Millionen Dollar Entschädigung an Opfer sexuellen Missbrauchs.)
Die Fragen:
Kirchen werden auch als Gotteshäuser bezeichnet. Warum? Na klar, weil nach kirchlicher Auffassung Gott darin wohnt. Was geschieht nun, wenn aus Kirchen Luxuswohnungen werden? Kann Gott die Miete für eine Luxuswohnung aufbringen und darf somit wenigstens in einer der Wohnungen weiterleben? Oder hat Gott kein Geld für eine Luxuswohnung? Dann wird er womöglich obdachlos und ist zukünftig unter der Brücke zu finden? Die Diskussion dieser Fragen ist nur für Theologen geeignet, da sie Gott jahrelang studierten und deshalb an die Existenz Gottes in Steinhäusern glauben.
Antwort für alle Nicht-Theologen:
Gott ist nicht in Kirchen aus Stein zu finden! Freie Christen wissen darum, denn sie kennen die Worte des Jesus von Nazareth: »Das Reich Gottes ist in euch.« (Lukas 17,21)
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Die Richter in Kentucky (USA) haben gesprochen: Die Diözese Covington muss Entschädigungsgelder in Höhe von 120 Millionen Dollar (!) an Missbrauchsopfer zahlen - die höchste Summe, zu der ein amerikanisches Gericht jemals ein Bistum verurteilte.
Etwa 100 Opfer von sexueller Gewalt durch Priester und andere kirchliche Mitarbeiter hatten gemeinsam gegen die Diözese geklagt. Eine Untersuchung brachte an die Öffentlickeit, dass sexuelle Verbrechen an Kindern durch Priester in den vergangenen 50 (!) Jahren weit verbreitet waren. Im Newsletter von Radio Vatikan vom 4. Juni 2005 heißt es wörtlich: »Der Bischof von Covington, Roger Foys, betonte in einer Stellungnahme, nach Gesprächen mit über 70 Opfern sei er der Auffassung, dass “keine Geldsumme die Leiden wieder gutmachen kann”, die die missbrauchten Kinder durch-machen mussten.«
Das Geld für die Entschädigunszahlungen soll aus dem Verkauf von Kircheneigentum und Versicherungen zusammenkommen.
Die Diözese in Kentucky ist kein Einzelfall: In Boston sind Opfern kirchlicher Sexualstraftätern 85 Millionen Dollar zugesprochen worden, die katholische Kirche von Orange County in Los Angeles hatte 100 Millionen Dollar für Missbrauchsopfer bereit gestellt.
Ein katholisches Bistum in Neufundland muss alle Kirchen verkaufen, um Opfer von Sexualverbrechen zu entschädigen.
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Zwei Diözesen haben akzeptiert, zusammen rund 42 Millionen US-Dollar an Missbrauchsopfer zu zahlen. Mit dieser außergerichtlichen Einigung sind die Prozesse in Sacramento und Santa Rosa beendet. Die Diözese Sacramento hatte wenige Minuten vor Prozessbeginn akzeptiert, 33 Missbrauchsopfern 35 Millionen Dollar zu zahlen. Als Täter verdächtigt werden in Sacramento zehn Priester, von denen mittlerweile zwei gestorben, drei auf der Flucht nach Mexiko und vier aus der katholischen Kirche ausgetreten sind. (ansa 30. 6. 05 lw)
Quelle: Radio Vatikan. 30.06.2005
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Manchester (AP) Wegen sexueller Misshandlung durch einen katholischen Priesters ist einem Briten eine Entschädigungssumme von gut 600.000 Pfund (900.000 Euro) zugesprochen worden. Das Gericht in Manchester sah es als erwiesen an, dass der Mann, der nur als «A» bezeichnet wurde, zwischen seinem 17. und 18. Lebensjahr regelmäßig von einem Priester missbraucht wurde. Das Geld muss laut dem Urteil vom Donnerstag von der Erzdiözese Birmingham aufgebracht werden.
Richter Christopher Clarke bezeichnete das Verhalten des Priesters als großen Vertrauensbruch. Das Opfer leidet den Gerichtsakten zufolge heute an Schizophrenie und posttraumatischem Stress, so dass in den vergangenen fünf Jahren die Unterbringung in einer Nervenklinik notwendig war. Dagegen wurde der inzwischen verstorbene Priester nie zur Rechenschaft gezogen.
Im vergangenen Jahr erhielt ein früherer Messdiener bereits eine Entschädigungssumme von 330.000 Pfund, weil er ebenfalls von diesem Priester sexuell misshandelt wurde. Insgesamt haben acht Männer, die zur Tatzeit zwischen acht und 17 Jahre alt waren, vor Gericht Missbrauchsvorwürfe gegen den Priester erhoben.
Quelle: Yahoo-News, Donnerstag 30. Juni 2005
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900.000 Euro Entschädigung für 10 Jahre Missbrauch
London (AFP) - Weil er als Kind und Jugendlicher zehn Jahre lang von einem katholischen Priester missbraucht worden ist, hat ein Brite am Donnerstag mehr als 600.000 Pfund (900.000 Euro) Entschädigung zugestanden bekommen. Der inzwischen 35-Jährige, der in Manchester vor Gericht gezogen war, leidet heute an Schizophrenie und post-traumatischen Stresssymptomen. Er war im Alter von sieben bis 18 Jahren regelmäßig von einem Priester missbraucht worden.
Quelle: Yahoo-News, Donnerstag 30. Juni 2005
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Kardinal Law vertuschte Sexualverbrechen an Kindern durch Personen, die im Auftrag der Kirche stehen |
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Eigentlich müsste der Ex- Bostoner Kardinal Bernard Law vollkommen von der Bildfläche der Medien verschschwunden sein. Schließlich ist sein peinlicher Rücktritt vor 3 Jahren (2002) als Oberhirte der Erzdiözese Boston noch vielen im Gedächtnis. Im Zusammenhang mit dem landesweiten Pädophilie-Skandalen, die allein in seiner Diözese 450 Kläger auf den Plan rief, war Law nachgewiesen worden, das er etliche Fälle von Kindesmisshandlung durch seine Priester vertuscht hatte, indem er die betreffenden Prälaten einfach in neue Pfarreien versetzte, wo diese dann weiter ihr Unwesen treiben konnten. Der bislang spektakulärste Fall war John Geoghan. Dieser "Gottesmann" hatte sich in seiner Priesterlaufbahn zwischen 1962 und 1998 an mindestens 150 Jungen vergangen. Auch er wurde schlicht von einer Pfarrei zur nächsten versetzt. Die erdrückende Faktenlage zwang Kardinal Law schlussendlich zum Rücktritt.
Wer nun aber hinter einem solchen Rücktritt die moralische Hand des Vatikans vermutet, liegt daneben. Probleme werden bei der Kurie bekanntlich gelöst indem man sie verlagert. So nahm man Law lediglich aus der Schusslinie der amerikanischen Presse. Im Mai 2004 wurde er zum Erzpriester der römischen Basilika Santa Maria Maggiore ernannt und siedelte fröhlich nach Rom über. Es handelt sich hierbei immerhin um die wichtigste Marienkirche der Katholiken. Taktvollerweise ließ man Law dann in seiner neuen Funktion ungeniert am 11. April 2005 eine der Totenmessen im Petersdom für den verstorbenen Papst zelebrieren. Eine nette Geste gegenüber den Mißbrauchsopfern, die vergeblich dagegen demonstrierten. Es wird die Gemüter der betroffenen Kinder auch sicherlich beruhigt haben, daß Law einer der erlauchten 115 Kardinäle war, welche die aktuelle Papstwahl eine Woche später bestritten. Am 7. Mai stattete ihm dann der frischgebackene Papst Benedikt XVl gleich einen Besuch in seiner Basilika ab und betete andächtig vor laufenden Kameras zu einer Ikone der Jungfräulichkeit, während Law ebenfalls seine Schärpe in die Linsen hielt.
Es muß allerdings eingeräumt werden, daß Law sich bei seinen Vertuschungsversuchen immer loyal zum Vatikan verhielt. Schließlich war schon 1962 in einem geheimen Rundschreiben des Vatikans dem Klerus strikt verboten worden, im Falle sexueller Übergriffe durch Priester diese der Öffentlichkeit mitzuteilen. Dieses Dekret mit dem Titel "Crimine Solicitationes" war von der damaligen Heiligen Uffiz, Vörgänger der heutigen Kongregation für den Glauben, verfasst worden. Damals war Bernhard Law noch Priester in Natchez-Jackson in den Südstaaten der USA. Freilich wurde es für den amerikanischen Klerus im Verlauf der Jahre immer schwieriger der päpstlichen Aufforderung nachzukommen, da die Zahl klerikaler Kinderschänder ins Uferlose wuchs: Laut einer Erhebung im Februar 2004, die im Auftrag der Amerikanischen Bischofskonferenz erstellt wurde, sind in den vergangenen 50 Jahren 4392 Priester in den USA des Missbrauchs Minderjähriger beschuldigt worden. In diesem Zeitraum gingen bei den 195 US-Diözesen 10667 Klagen ein. 81 Prozent der Opfer waren männlich und 6 Prozent aller Opfer jünger als sieben Jahre. Halleluja!
Wie dem auch sei, der Stuhl Petri erstaunt immer wieder durch seinen kreativen Umgang mit den eigenen Kardinalsfehlern.Die Erläuterung des Begriffes "Kardinalstugenden" bedarf hingegen wohl im neuen Duden einer dezenten Korrektur.
Steffen W. aus B.
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Regensburg - Es kommt in Bayern nicht alle Tage vor, dass ein kleiner Ortsbürgermeister sich mit dem Bischof anlegt. Armin Gerl aus Riekofen (Landkreis Regensburg) wirft dem Regensburger Oberhirten Gerhard Ludwig Müller vor, jahrelang die „kriminelle Vergangenheit“ von Ortspfarrer Peter K. verschwiegen zu haben. Die Erregung ist groß in der 800-Seelen-Gemeinde, nachdem K. wegen des Verdachts, über Jahre hinweg einen Ministranten sexuell missbraucht zu haben, in Untersuchungshaft sitzt.
Der Imageschaden für die Kirche, fürchten katholische Laien aus der Region, lasse sich kaum ermessen. Drei Jahre lang war K. Pfarrer von Riekofen. Erst jetzt kam heraus, dass er sich vor acht Jahren in Viechtach im Bayerischen Wald schon einmal an einem Messdiener vergangen hatte. Er wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt und unterzog sich einer Therapie. Ein Fachgutachten, so lässt das Bistum wissen, habe festgestellt, bei K. liege keine „pädophile Fixierung“ vor. Rückfälligkeit sei nicht zu erwarten. Eine Fehleinschätzung. Die Empörung im Ort über den Missbrauchsverdacht ist riesengroß - über weitere Übergriffe wird gemunkelt. Weit gewaltiger allerdings ist der Zorn auf Bischof Müller, dass er „einem Geistlichen mit einer solchen Vorgeschichte wieder eine Gemeinde anvertraut und dass er dem Treiben viel zu lange zugeschaut hat“. (...)
Auf eine Bitte um Verzeihung warten der betroffene Junge und seine Eltern sowie die Pfarrei bisher vergebens. Er bete für die Familie, ließ Müller wissen (...) Quelle: Kölner Stadtanzeiger, 14.9.2007 (Auszug)
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